KVH®- und DUO-/TRIO - Balken® im Kontext zur aktuellen Normung

Konstruktionsvollholz KVH® und DUO-/TRIO-Balken® haben sich seit Jahren für die steigenden Anforderungen des modernen Holzbaus bewährt. Die Notwendigkeit, trockene und maßhaltige Konstruktionshölzer für Zimmer- und Holzbauarbeiten zu verwenden, hat mittlerweile Einzug in alle wesentlichen Bauvorschriften gefunden.

 

DIN 4074-1: 2003-06 – Sortierung von Nadelholz nach der Tragfähigkeit, Teil 1: Nadelschnittholz

Die in der DIN 4074 aufgeführten Sortierkriterien zur Einstufung der Tragfähigkeit von Bauholz beziehen sich auf eine Messbezugsfeuchte von max. 20%, also auf trockenes Holz. Wird nicht im trockenen Zustand sortiert, ist dies z.B. durch Einschnitt im Übermaß zu berücksichtigen. Dennoch bleiben in diesem Fall die Sortiermerkmale Schwindrisse und Krümmung unberücksichtigt. Da das Einhalten aller Sortiermerkmale aber mit Sicherheit nur im trockenen Zustand zu bewerten ist, muss konventionelles Bauholz vor Einbau vom Verarbeiter in der Regel verantwortlich nachsortiert und ggf. aussortiert werden.
Dieser Aufwand erübrigt sich mit der Verwendung von KVH® und DUO/TRIO - Balken®, da diese Hölzer grundsätzlich trocken mit über die DIN 4074 hinausgehenden Qualitätskriterien hergestellt werden.


Bauregelliste A 1/2004 und Kennzeichnung mit Ü-Zeichen

Seit 2004 legt die Bauregelliste A die Sortiernorm DIN 4074 als Bezugsnorm für das Überwachungszeichen fest. Nur vollständig trocken sortiertes Vollholz mit Nennung der DIN 4074 im Ü-Zeichen ist somit eindeutig ein geregeltes Bauprodukt. Als trocken hergestelltes und sortiertes Holz erfüllen KVH® und DUO-/TRIO-Balken® diese Anforderungen.

 

ATV DIN 18334: 2005-01 – VOB/C Zimmer- und Holzbauarbeiten

Die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) für Zimmer- und Holzbauarbeiten (DIN 18334) fordern in ihrer aktuellen Ausgabe ebenfalls, dass Bauholz aus Nadelschnittholz grundsätzlich trocken einzubauen ist. Seit Ausgabe 2000 dieser Vorschrift gelten bereits verschärfte Anforderungen für den Holzhausbau an Holzfeuchte (um ≤ 18%), Maßhaltigkeit und Einschnittart. Laut Kommentar [1] ist bei mehrgeschossigen Holzbauten aufgrund des Setzungsverhaltens eine geringere Holzeinbaufeuchte erforderlich. Diese Anforderung ist von besonderer Aktualität, da mit der Umsetzung der Musterbauordnung MBO 2002 in die Landesbauordnungen mittlerweile bis zu 5-geschossige Gebäude in Holzbauweise genehmigungsfähig sind.

 

DIN 1052: 2004-08 – Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken

Auch die neue Bemessungsnorm für den Holzbau fordert den Einbau trockenen Holzes in Nutzungsklasse 1 und 2 (siehe Tabelle Seite 9) mit der Begründung, Schwindrisse und Maßänderungen zu reduzieren. Außerdem ist eine Zuordnung der Nadelhölzer von den Sortierklassen nach DIN 4074-1 zu den Festigkeitsklassen ausschließlich für trocken sortiertes Holz (TS) möglich.

 

Einbau von Hölzern mit nicht angepasster Holzfeuchtigkeit

  Bei Einbau von Hölzern mit wesentlich höherer Holzfeuchte als der zu erwartenden Ausgleichsfeuchte fordert die DIN 1052: 2004-08 analog der bisherigen Regelungen, dass das Holz nachtrocknen kann und die Holzbauteile selbst sowie die angrenzenden Bauteile gegenüber den hierbei auftretenden Schwindverformungen unempfindlich sind. Der dafür erforderliche Konstruktonsaufwand mit all seinen Unsicherheiten entfällt bei Verwendung von KVH® und DUO-/TRIO-Balken®


Beispiel: Ein Deckenbalken aus Holz mit einer Einbaufeuchte von
Um = 20% kann in beheiztem Wohnraumklima auf bis zu 6% rücktrocknen. Bei einer Holzfeuchteänderung von 14% ergibt sich bei einem 24cm hohen Balken ein mittleres Schwindmaß von 8mm. Die damit verbundenen Setzungen müssen schadensfrei aufgenommen werden können. Besser ist es von vornherein trockeneres Holz zu verwenden, z.B. DUO-/TRIO-Balken® mit max. u = 15%.

Auch hier bieten KVH® und DUO-/TRIO-Balken® durch Trocknung und Maßhaltigkeit deutliche Vorteile.

 

Holzschutz
Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die Verwendung von trockenem Holz eine wichtige Voraussetzung zur Einstufung von Bauteil-aufbauten in Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68800-2 ist, um auf chemischen Holzschutz verzichten zu können.

 

Literatur
[1] Kuhlenkamp, Hallinger: Kommentar zur ATV DIN 18334 Zimmer- und Holzbauarbeiten; Herausgeber: Bund Deutscher Zimmermeister im Verlag Weka Medien GmbH, Kissingen, 2005